Janáček Philharmonic Orchestra, Theodore Kuchar: Carl Nielsen – Complete Symphonies

Carl NielsenDie Musik des dänischen Komponisten Carl Nielsen (1865-1931) erhält hierzulande leider nicht die Aufmerksamkeit, die ihr eigentlich gebührt, handelt es sich doch bei ihm um einen der interessantesten Komponisten der europäischen Spätromantik, der anders als viele seiner Zeitgenossen einen ausgeprägten Personalstil entwickelte, in dem er den klassisch-romantischen Strukturen auch Einflüsse aus den skandinavischen Volksmusiken und – zumindest bei seinen späteren Werken – auch moderne Einflüsse verarbeitete.

Seine sechs Sinfonien sind nicht nur Schlüsselwerke in seinem Œuvre, sondern auch höchst unterschiedliche und überraschende Klangwelten, in denen es viele kleine Details zu entdecken gibt. Sie sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie es Nielsen (ähnlich wie vielleicht sonst nur noch seinem tschechischen Zeitgenossen Leoš Janáček) gelungen ist, sich permanent weiterzuentwickeln, ohne einen echten Stilbruch in seinem Werk zu begehen und dabei eine originelle Klangsprache zu entwickeln und beizubehalten.
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Il Pegaso, Maurizio Croci: Salve Regina del Signor Monteverde – Newly discovered pieces by Monteverdi and Frescobaldi

Claudio MonteverdiDie italienischen Komponisten Claudio Monteverdi (1567-1643) und Girolamo Frescobaldi (1583-1643) waren die beiden wichtigsten Figuren der heimischen Musikwelt des 17. Jahrhunderts, die mit ihren Werken die Grundlagen für die sich verändernde Ästhetik des Barocks legen sollten, der eine (Monteverdi) in der Vokalmusik, der andere (Frescobaldi) in der Musik für Tasteninstrumente. Ihr Wirken sollte die gesamte abendländische Musik katalytisch verändern.
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Heute vor 150 Jahren…

Claude Debussy - Quelle: Gaspard-Félix Tournachon [Public domain], via Wikimedia CommonsHeute vor 150 Jahren, am 22. August 1862, wurde in Saint-Germain-en-Laye (bei Paris) der Komponist Claude Debussy (eigentlich Achille-Claude Debussy 1862-1918) geboren. Seine impressionistische Klangwelten sind als Bindeglied zwischen Romantik und der Moderne der Schlüssel zur harmonischen Erneuerung der Musik im 20. Jahrhundert. Einige seiner Kompositionen sind längst Teil der Gegenwartskultur geworden. Werke wie die „Suite bergamasque“, die „Children’s Corner“ oder seine „Prélude à l’après midi d’un faune“ sind nicht nur vielfach aufgenommen (und aufgeführt) worden, die Melodien seiner Kompositionen sind (auszugsweise) fast allgegenwärtig und werden beispielsweise in der Werbung immer wieder gerne eingesetzt. Wie gut, dass der Großteil seines Œuvres davon verschont bleibt…
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Coro della Radio Svizzera · Sonatori de la Gioiosa Marca, Diego Fasolis: Johann Sebastian Bach – Mass in B minor (h-Moll-Messe)

Johann Sebastian BachDie h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach (1685-1750) gehört zweifelsohne zu den beeindruckendsten Werken der Musikgeschichte. Sie gilt als Quintessenz seines musikalischen Schaffens, gleichzeitig war das Werk seiner Zeit weit voraus: Der Komponist selbst hat die Messe vermutlich nie vollständig gehört (auch weil er mit dem Umfang die Möglichkeiten der lutherischen Liturgie überschritt); erst in den 1830er Jahren begann man eher zögerlich mit der Aufführung der vollständigen Messe. Felix Mendelssohn Bartholdy spielte bei der langsamen Erschließung und Popularisierung der Vokalwerke Bachs eine wichtige Rolle, doch erst im 20. Jahrhundert durch die epochalen Aufnahmen von Herbert von Karajan (1952/53 und 1973/74), Karl Richter (1961), Otto Klemperer (1967), Karl Münchinger (1970) und vor allem durch das Aufkommen der historisch-informierter Aufführungspraxis (mit den bekannten h-Moll-Aufnahmen von Nikolaus Harnoncourt, 1968; John Eliot Gardiner, 1985; René Jacobs, 1992; Philippe Herreweghe, 1997; Ton Koopman, 2007 usw.) setzte sich die h-Moll-Messe als Referenzwerk der abendländischen Vokalmusik endgültig durch.
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Brilliant Classics: Neuheiten im September 2012

Brilliant Classics LogoJeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics hochkarätige Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. Wie jeden Monat möchte ich auch dieses Mal über alle kommenden Neuheiten im Brilliant-Classics-Programm informieren. Alle in diesem Artikel vorgestellten Titel kommen am 31. August 2012 in den Handel.

Einen Teil der hier vorgestellten Titel werde ich dann im Laufe der folgenden Wochen noch genauer unter die Lupe nehmen.
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»Domenico Scarlatti – Complete Keyboard Sonatas« auf klassik.com besprochen

Pieter-Jan Belder: Domenico Scarlatti - Complete Keyboard SonatasDie quasi konkurrenzlose Gesamteinspielung sämtlicher Sonaten von Domenico Scarlatti (1685-1757) durch den niederländischen Cembalisten, (Forte-)Pianisten und Scarlatti-Experten Pieter-Jan Belder gilt sowohl editorisch, als auch interpretatorisch als Referenzaufnahme. Scarlattis innovative Neuerungen brachten ihm die Bewunderung späterer Pianisten-Generationen wie Frédéric Chopin, Johannes Brahms, Vladimir Horowitz, Arturo Benedetti Michelangeli und Marc-André Hamelin usw. ein.

Die 36-CD-Box wurde nun von Tobias W. Pfleger im unabhängigen Musikmagazin klassik.com vorgestellt.
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Roberto Fabbriciani & Jonathan Faralli: John Cage – Music for an Aquatic Ballet · Music for Carillon No. 6

Roberto Fabbriciani & Jonathan Faralli: John Cage - Music for Aquatic Ballet · Music for Carillon No. 6Gestern (am 12. August 2012) jährte sich der 20. Todestag des US-amerikanischen Komponisten John Cage (1912- 1992). Er gilt als Schlüsselfigur dessen, was wir heute unter der Neuen Musik zusammenfassen. Sowohl seine rund 250 Kompositionen, als auch seine musik- und kompositionstheoretischen Publikationen prägten das (neue) Verständnis der Musik (»You don’t need to call it music, if the term shocks you!« John Cage, 1982) der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben seinem kompositorischen Schaffen betätigte er sich übrigens auch als Maler und befasste sich mit Mykologie, der Wissenschaft von den Pilzen.
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Heute vor 37 Jahren…

Dmitri ShostakovichHeute vor 37 Jahren, am 9. August 1975, verstarb in Moskau der Pianist und Komponist Dmitri Shostakovich (1906-1975). Der Sohn eines Ingenieurs und einer Pianistin gilt, neben Sergei Prokofiev (1891-1953), als der bedeutendste und bekannteste russische Komponist der Sowjet-Ära. Sein umfangreiches Werk deckte quasi alle Genres ab und ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklungen der Sowjetunion. Shostakovichs Musik war geprägt von der Gratwanderung zwischen seinem sich stets weiter entwickelnden, progressiven Personalstil und der scheinbaren Anpassung an der staatlich verordneten Ästhetik des sozialistischen Realismus. Um nicht Verfolgung und Berufsverbote zu provozieren, verschlüsselte er seine eigentlichen Aussagen hinter einer vordergründigen Fassade. Dieser „Matrjoschka-Stil“ verbarg intimste Melancholie, Resignation, beißenden Spott und Freigeistigkeit hinter vordergründig Trivialem.
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Cristiano Porqueddu: Angelo Gilardino – 20 studi facili (for guitar)

Cristiano Porqueddu: Angelo Gilardino - TranscendentiaAngelo Gilardino (*1941) ist derzeit der profilierteste Komponist für zeitgenössische Gitarrenmusik in Italien. Die Veröffentlichung seiner “Transcendentia”-Sammlung mit Etüden für Gitarre (Brilliant Classics 8886, 2010) sorgte für einige Aufmerksamkeit in Gitarristen-Kreisen, nicht nur wegen ihrer Bandbreite und der teilweise sehr anspruchsvollen technischen Schwierigkeiten, sondern auch wegen des Solisten Cristiano Porqueddu. Der von der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien stammende Gitarrist (Jahrgang 1975) empfahl sich mit seinem makellosem Spiel nachdrücklich für zukünftige Projekte.
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Various: Rimsky-Korsakov Edition – Umfassender Überblick über Nikolai Rimsky-Korsakovs Werk

Nikolai Rimsky-KorsakovDer russische Komponist Nikolai Rimsky-Korsakov (1844-1908) wird heute außerhalb seines Heimatlandes hauptsächlich als Komponist seiner sinfonischen Suite “Scheherazade” wahrgenommen, tatsächlich gehörte er aber zu den einflussreichsten und ‘russischsten’ Komponisten, der als einer der ersten Melodien, Rhythmen und Mythen Russlands in seinen Werken verarbeitete. Darüber hinaus war er einflussreicher Lehrer und Didaktiker und prägte die folgenden Musikergenerationen nachhaltig. Rimsky-Korsakov schrieb bedeutende Abhandlungen über die Kunst der Orchestrierung und über Harmonielehre, die immer noch ein wichtige Lehrmittel an den Konservatorien sind. Übrigens: Wie auch andere russische Komponisten seiner Generation schlug er zunächst eine Karriere beim Militär ein und besuchte die Kadettenschule in Sankt Petersburg, die er 1862 abschloss.

Jetzt erscheint mit der Rimsky-Korsakov Edition bei Brilliant Classics ein umfangreicher Querschnitt aus seinem vielfältigen Œuvre. Diese enzyklopädische Box bietet erstmalig die Gelegenheit, Rimsky-Korsakovs Werk umfassend (neu) zu entdecken und gerade seine unbekannteren Werke in exzellenten Aufnahmen kennenzulernen.
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